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elektrolog Die PopIni präsentiert regelmäßig:
elektrolog = musik = elektronisch vs. analog [interessante Musik an ungewöhnlichen Orten elektrolog VII Beginn ist um Miss Black America (Stuttgart) - live ARNO (Stuttgart) - live Hexenhouse (Stuttgart) - mc + cdj Die beiden Stuttgarter Putte und Tobi sind „Miss Black America“, sitzen an zwei Gitarren und singen und spielen ihre Lieder. Das erinnert an das klassische Singer/Songwriter-Konzept der 60er und 70er Jahre, wenngleich um einiges nonchalanter und ironischer... Es geht um den Klang von Hühnern und Papageien, um den rettenden Schlaf nach einem schlechten Tag, um Gänsehäute, Komplimente und manch andere Dinge der inneren Angelegenheiten. ARNO (Frau: Anja Füsti, Mann: Mark Lorenz Kysela, Mann: Oliver Prechtl) Alles ist käuflich. So wie die Instrumente der einzelnen Bandmitglieder, welche sehr schön aussehen. Auch die Bedienung derselben ist möglich, wenn man ein wenig geübt und die Betriebsanleitung verstanden hat. Arno benützt zum musizieren sowohl Holz, siehe das Saxofonblatt und die Schlagzeugstöcke, als auch Plastik, nehmen wir die Alleinunterhalterorgeltasten, und sogar Silicium, aus dem der Rechner besteht. Seit die Band zu proben angefangen hat, wuchs die Stromrechnung ins unermessliche, siehe Anlage. Jetzt fragen sich sicher alle Leute: "Wie klingt denn das?" Am einfachsten haben es die Brillenträger. Ein Fleck auf dem Glas stört sie schon den ganzen Tag beim schauen. Man kommt aber nicht dazu, die Sehhilfe zu reinigen, da man so viel zu tun hat. Tagsüber ist das vielleicht noch sehr lustig, weil alles irgendwie so komisch aussieht. Aber nachts kann es sehr gefährlich sein, auf der Autobahn mit 200 Stundenkilometern zu fahren. Bitte nicht ausprobieren! Wer keine Brille trägt, kann auch versuchen, ein beschmuddeltes Weinglas vor die Augen zu halten. Da bricht sich das Licht, und versprüht tausend bunte Funken! Mit diesem Weinglas vor der Nase schaue man sich seine Lieblingsfernsehunterhaltungssendung an. Genau so klingt Arno. Es darf auch eine Frau mitspielen und sogar trommeln. Die Männer machen alles andere. Kisten schleppen zum Beispiel. Aber dafür sind sie ja auch da. Hexenhouse surrealer Hip-Hop für MC und CDJ MC: Oliver Prechtl CDJ: Mark Lorenz Kysela Das (oder der?) "Hexenhouse" ist eine freie Bearbeitung der Hexen-Arie aus Engelbert Humperdincks "Hänsel und Gretel". Der Rapper zerstückelt den Text in einzelne Laute und wirft diese mit gebrochenem Flow ins Publikum, während der DJ mit Sprachsamplen einen verspielten Background liefert. Und irgendwann zerbröselt alles zu Staub und die beiden finden sich als Hänsel und Gretel mit der Hexe höchstpersönlich konfrontiert. Wie das wohl ausgeht?
--- Ein Rückblick der bisherigen Konzerte
Wer wird sich zu unserer noch unbekannten Reihe in die Kunstgalerie Schapp der Effektenraum verirren? Werden sich Elektroniker und Analog-Nerds auf engstem Raum überhaupt vertragen? Und sowieso: Kommt denn überhaupt wer? Dann aufatmen: Ja, sie kommen. Der Effektenraum füllt sich langsam, man trinkt ein Gläschen oder drei, diskutiert versiert über die Ausstellung und los geht’s. Laptop und Lederhosen, so wünscht sich Edmund Stoiber sein Bayern unser Exil-Bayer Karl Kimmerl jedoch lässt die Lederhosen im Schrank und schraubt und dreht und klickt konzentriert auf Laptop und Plattentellern. Doch bevor die digitale Kühle einsetzt, erwärmt Miss Kenichi mit Gitarre und Gesang die einsamen Herzen Stuttgarts, singt Songs über Heimweh, Fernweh und übers Davonlaufen. Davon indes läuft keiner, vielmehr lauscht das Publikum andächtig und auch Schapp-Scheff Mario ist ergriffen. Der erste Abend, ein guter Abend, noch bessere werden folgen.
preslisa / Ensemble U.N.T.E.R.T.O.N / Pre.Sonen review: Elektrolog, die zweite. Popini-Vorstand Jörk hat beschlossen, Stuttgart eine rechte Dröhnung zu verpassen und lädt die obskure Konstellation Preslisa, Pre.Sonen und das Ensemble Unterton in den Schapp ein. Schmachtend-kitschige Elvis-Covers, verfremdete Klangkollagen, minimalistische Improvisationsmusik kann das gut gehen? Es kann. Und es geht so gut, dass zu guter letzt Besucher am Eingang abgewiesen werden müssen, denn der Sauerstoff im Souterrain der Galerie wird langsam knapp. Dort ereignen sich derweil merkwürdige Dinge. Preslisa aus Berlin begleitet ihre zuckrigen, oft in Vergessenheit geratenen Elvis-Gassenhauer sämtlich aus Elvis-Filmen entstammend auf ihrer Ukelele und begeistert die Kritikerin der „Stuttgarter Nachrichten“. Niels Roskamp sitzt unauffällig in einer Ecke und beschallt die Trommelfelle der Hörerschaft mit Klangsamples, bevorzugt von Industrieanlagen, die er auf dem Laptop zu einer subtilen Industrie-Sinfonie arrangiert. Das Ensemble Unterton schließlich pfeift auf gängige Songschemata und webt einen minimalistischen Klangteppich voll subtiler Variationen und puckernden, zirpenden, zischelnden Soundscapes. Bis in den frühen Morgen plauscht man im Effektenraum. Gesprächsstoff gibt es genug.
Streicher mit Roman Wreden / XXL TRAXX / pornophonique review: Elektrolog, die dritte. Erneut trifft sich eine obskure Schar Kapellmeister im Effektenraum, der gerade als Swimmingpool umgestaltet worden ist Vorbote einer feucht-fröhlichen Nacht? In der Tat, das soll sie werden. Doch zunächst geht es vor erneut zahlreich erschienenem Publikum melancholisch, ja, romantisch zur Sache. Roman Wreden, Sänger von Lost in Venice, tritt mit einem Streichquartett an, singt von „1000 Miles“, die er noch zu gehen habe, und davon, wie es ist, im Leben zu stolpern und zu fallen. In die letzten Geigentöne morpht sich nonchalant Siegfried Walther aka XXLtraXX, der bescheiden mit seinem Laptop in einer Ecke Platz genommen hat und freimütig bekennt, dass er seine Musik eher als Untermalung für gepflegte Konversation sieht. Die wird, wie immer Schapp, natürlich ausführlich betrieben. Als die ersten Akkorde von Pornophonique (Darmstadt) in Stadion-Lautstärke die Wände erschüttern, verstummt das Gespräch schnell und die Tanzwadeln zucken. Es ist ein offenes Geheimnis, dass nach dem Auftritt von Kai (Lagerfeuerklampfe und Gesang) und Felix (GAME- BOY!) Schapp-Scheff Mario enthusiasmiert ein hautenges Pornophonique-Leibchen ersteht und damit ins M1 entschwindet... Wie auch immer: Hier trifft die Gitarre auf das Rhythmusmodul des Gameboy, Felix hockt gemütlich auf einem Würfel und drückt die Tasten, Kai schrabbt genussvoll die Saiten und singt vom „Sad, sad robot“, der „all alone“ ist. Großes Kino, große Musik, Elektrolog hat sich endgültig etabliert in Stuttgart. ZBIK/KOCH/MINK review: Elektrolog, die vierte. Nach dem Band-Overkill der letzten Veranstaltungen lassen wir's diesmal ruhiger angehen. Statt mehrerer Acts, die die Brücke zwischen elektronischer und analoger Musik schlagen, tut dies heuer einzig und allein das Trio Zbik / Koch / Mink. Wieder ist der Schapp ordentlich gefüllt und das Publikum lauscht dem Nu-Jazz der Stuttgarter Schule. Jörg Koch am Laptop dubt, Mink bläst die Flöte und bedient ein altertümliches Keyboard, Zbik hat am Schlagzeug Platz genommen und groovt sich mit geschlossenen Augen irgendwo zwischen Djungle und Jazz ein. Knirschende, mächtige Bässe treffen auf zischelnde Becken, getragene Keyboardsounds und quicklebendige Flöten Analoges und Elektronisches vereinigen sich, das Publikum lässt's sich wohl gefallen und später geht's gemeinsam zum Absacker in den Rocker 33. [Bewegung im Bereich zwischen experimenteller Klangforschung und intelligenter Tanzmusik bewegt.] Andreas Zbik (Schlagzeug, Piano) ist die zentrale Figur Jörg Koch (Computer, Bass) ist der Gründer von Onitor. im experimentellen Jazz zwischen Frankreich und Stuttgart. Beim Freien Radio für Stuttgart moderiert er die Sendung „Satokii-Jazz Funkt“.
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last update: 17.09.2005 |